Griesstätt/Köln
- Die 20-jährige Sonja aus Griesstätt hat gebangt,
gezittert und gehofft - am Schluss kam sie doch «nur»
auf Platz zwei. Mitgefiebert hatten bei der
Abschlussshow von Big Brother die Eltern und viele
Bekannte, Freunde und Fans aus der Region, die mit einem
Sonderbus nach Köln gereist waren, um ihre Favoritin
nach 150 Tagen im Container in die Arme zu schließen.Gestern
kamen Eltern und Fans wieder zuhause an, nach neun
Stunden im Bus.
«Die
Fahrt war lang, aber das macht nichts. Die Stimmung beim
Finale werden wir alle nie vergessen», erzählt Barbara
Ailler, die Mutter von «WG-Küken» Sonja.
150 Tage
lang hatte sie ihre Tochter nur noch im Fernsehen
gesehen. Nur am Muttertag durfte sie zwei Minuten mit
Sonja sprechen. «Besonders die erste Zeit war schwierig»,
erinnert sich die Mutter an die ersten Wochen, nachdem
die Tochter in den Wohncontainer eingezogen war. Sie sei
zwar von der Produktionsfirma immer darüber informiert
worden, wie es Sonja geht, doch manche Situationen seien
trotzdem nicht leicht zu ertragen gewesen: «Man sieht
seine Tochter und kann nicht helfen. Das ist schon hart.»
Allerdings
habe die Familie ja von Anfang an gewusst, auf was sich
Sonja da einlassen würde. «Wenn sich Sonja etwas in
den Kopf setzt, macht sie das auch. Da kann man ihr
nichts mehr ausreden. Doch sie ist stark, darum war ich
mir auch sicher, dass sie die Zeit im Container
durchstehen wird.»
Das
erste Wiedersehen bei der Finalfeier fiel knapp aus,
eine liebevolle Umarmung, mehr Zeit gab es nicht. Nach
der Show dann allerdings der erste Anruf von Sonja bei
ihrer Mutter. «Jetzt seid ihr bestimmt enttäuscht,
dass ich nicht gewonnen habe», sagte die Griesstätterin
als erstes.
Doch das
war natürlich überhaupt nicht der Fall. «Unglaublich
stolz» sind Eltern und alle andere Familienmitglieder
auf Sonja. «Sie hat durch dieses Projekt viele
Erfahrungen gesammelt und viel für das Leben gelernt»,
meint ihre Mutter. Die entgangenen 250000 Euro, die
schließlich der 34-jährige Michael aus
Schleswig-Holstein gewann, seien leicht zu verschmerzen.
«Sie ist so weit gekommen. Das ist eine
unwahrscheinliche Leistung.»
Gewünscht
hätte sich die Mutter ein wenig mehr Unterstützung
seitens ihrer Heimatgemeinde. Denn vor, während und
auch nach der Finalshow blieb in Griesstätt alles
ruhig. Keine große Feier und auch sonst kein Trubel.
«Ich
muss ehrlich sagen, im Großen und Ganzen wusste ich von
dem Geschehen im Container nicht viel. Das ging für
mich und viele andere Gemeindemitglieder wohl in der
Hektik des Alltags unter», sagt der Griesstätter Bürgermeister
Franz Meier. Mittlerweile werde er aber schon öfter auf
Sonja angesprochen. «Vielleicht steigert das ja den
Bekanntheitsgrad unserer Gemeinde», meint Meier und wünscht
Sonja für die Zukunft «viel Erfolg und dass sie das
erreicht, was sie sich wünscht».
Sonja
selbst zeigte sich nach Ende der «Big-Brother-Staffel»
nicht allzu enttäuscht, obwohl sie im Gegensatz zu früheren
Big- Brother-Staffeln als Zweitplazierte ohne Gewinn das
Haus verließ: «Ich habe dafür meine große Liebe
Basti gefunden. Das ist mit Geld nicht aufzurechnen»,
sagte sie noch während der Show.
Mit
Basti zusammen wird sie voraussichtlich am Sonntag in
ihr Elternhaus zurückfahren. Dort ist eine große Feier
geplant, mit allen Verwandten und Freunden. Wie es
danach weitergeht, weiß zumindest die Mutter noch nicht
so genau: «Vielleicht kommen ja interessante Angebote».
wu